#13 Die Krux mit Alttextilien
Shownotes
What The Muc?! - der AWG-Podcast
"Grün, grün, grün sind alle meine Kleider. Grün, grün, grün ist alles, was ich hab'." Oder auch gelb, blau, rot oder eine andere Lieblingsfarbe eurer Wahl. Das Angebot an Kleidungsstücken ist schier unendlich. Und täglich kommen neue dazu - viel zu viele sogar. "Fast Fashion" nennt man das Geschäftsmodell der Bekleidungsindustrie, uns immer schneller und in immer schlechterer Qualität zu überschütten und neue Kaufreize bei uns auszulösen. 60 Kleidungsstücke kauft jeder einzelne von uns laut Untersuchungen im Schnitt pro Jahr. Davon getragen wird nur ein Bruchteil, bis der nächste Trend wartet und wir in die Modegeschäfte stürzen. In der Folge muss wieder Platz im Kleiderschrank gemacht werden, die "alten" Klamotten landen im Altkleidercontainer oder schlimmstenfalls im Restabfall. Und auch die Sammler kommen an ihre Grenzen.
Welches weitere Problem hinzukommt und ob der Altkleidercontainer oder Restabfallbehälter für eure alten Sachen in Frage kommen, besprechen wir in dieser Folge mit Britta Zender. Sie ist Angestellte des Landkreises Diepholz und damit für alle Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Entsorgers (örE) zuständig.
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What The Muc?! erscheint alle zwei Wochen und kann über die gängigen Podcast-Plattformen abonniert werden. Weitere Informationen zu unserer Arbeit findet ihr auf unserer Website www.awg-bassum.de.
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00:00:00: Na, wer kann bei dieser Melodie schon gleich mitsingen? Grün grün grün sind alle meine Kleider, grün grün grün ist alles, was ich hab. Aber irgendwann ist der liebste grüne gelbe rote, blaue oder was auch immer farbige Pulli Ausgetragen, muss weg und dann stellt sich die Frage, wohin damit? Alkkleider-Container oder in den Restabfall? Da war doch mal irgendwas in den Medien und warum ist dieses Thema Mode überhaupt gerade so ein Ding? Das klären wir in einer neuen Folge What the Muck. Los geht's!
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge What the Mug dem AWG-Podcast. Und heute sprechen wir einmal über das Thema Alttextilien Ja,: Unsicherheiten die auch so ein bisschen zurückzuführen sind auf eine Berichterstattung, eine Novelle durch das entsprechende Gesetz und was kommt jetzt überhaupt wo rein und wann kommen Altexte in die Restabfalltonne. Also da haben sich ganz viele Fragen ergeben und da wollen wir einmal mit dieser kurzen Folge ein bisschen Klarheit schaffen. Wir, das sind Britta Zender, meine Kollegin. Moin Britta. Hallo Dominik Hi und ich, genau Dominik. Und Britta, vielleicht magst du einmal kurz dich vorstellen für alle, die dich noch nicht kennen. Was machst du bei der AWG? Ja, ich bin für den Landkreis hier bei der AWG. Ich bin auch Beamtin des Landkreises und bin als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger da. Der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger ist für die Entsorgung von Siedlungsabfällen, also aus Privathaushalten zuständig. Für diesen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sitze ich bei der AWG.
Okay, das heißt, du bist also jetzt nicht direkt AWG-Angestellte in dem Sinne, sondern: für den Landkreis hier mit positioniert und halt ja Ansprechpartnerin für alles Übergeordnete also was den Landkreis insgesamt betrifft Ansprechpartnerin. Ja genau, also hauptsächlich alles, was so hoheitlich ist, alles was Privathaushalte betrifft Da ist die AWG ja auch beauftragt durch den Landkreis und dafür bin ich dann auch zuständig. Ja und damit bist du ja auch die perfekte Ansprechpartnerin zum Thema Alttextilien, weil da geht es ja auch nicht nur um die Entsorgung an sich hier bei uns, sondern auch die übergeordnete Verantwortung und wie man mit den Abfällen umgeht. Und darum wäre so meine erste Frage um mal rein zu starten Es fragen sich ja auch viele, was mit ihren Altkleiderspenden passiert.
Landen die noch im Recycling oder im Restabfall? Da spielen ja ganz viele Sachen mit rein. Magst du vielleicht mal dieses Grundproblem so ein bisschen umreißen Also da fällt oft schnell der Begriff Fast Fashion. Was ist so das Problem bei Altex-Sälen? Warum liest man da so viel momentan drüber? Das Problem ist so, dass seit: Anfang des Jahres 2025 Die Vorschrift an den Sammler herangetreten oder neu dazugekommen ist, dass man Alltagssilien getrennt sammeln muss. Das gilt für alle europäischen Mitgliedsstaaten, dass sie Alltagssilien getrennt sammeln müssen und in Deutschland war es aber schon ewig. Also 2022 waren über 60 Prozent getrennte Sammlungen von Alltagssilien und in anderen Bereichen der Europäischen Union war es halt Was weiß ich, unter 10% zum Teil. Deswegen ist das rechtlich fixiert worden, was eigentlich schon seit Jahren gängige Praxis ist. In Deutschland sortieren wir mindestens, solange ich mich erinnern kann, schon getrennt Alltagszielen. Und deswegen ist es mittlerweile auch so, dass in Deutschland fast 90% wiederverwertet oder recycelt wird.
Sind ja E-Recycling-Weltmeister wird uns ja oft nachgesagt Und du hast gerade schon gesagt, dass das ja auf eine Novelle also eine Gesetzesanpassung im Januar 2025 zurückging, also ist schon ein bisschen her. Und als das so in den Zeitungen stand, haben wir auch viele: Anfragen erhalten, weil dann viele so ein bisschen verunsichert waren. Es klang erst mal wie eine Neuigkeit, aber im Landkreis wurde es ja schon immer so gemacht. Also hat sich Hier bei uns oder generell auch bundesweit ja eigentlich gar nichts geändert. Genau, es hat sich für uns eigentlich nichts geändert. Also eigentlich war der Adressat der Entsorger und nicht der Bürger. Der Bürger sollte und kann weiterhin seine Alltagshilien getrennt in die Altkleidercontainer schmeißen Und wo er meint das ist nicht mehr verwertbar, es ist verschmutzt es ist nicht recycelfähig Das kann er weiterhin in die Restmülltonne schmeißen Das, was alles nicht mehr verwertbar ist und nicht recycelbar ist, ist auch weiterhin Restabfall.
Okay, damit hast du ja schon die Entsorgungswege direkt angesprochen. Also alles, was recycelbar ist, Eikleider, der Rest in Restabfall. Die Qualität der Kleidung hat sich in den vergangenen Jahren ja auch stark geändert. Also wir haben ja gerade schon den Begriff Fast Fashion genannt Also darunter versteht man ja, dass die Modeindustrie immer schneller, immer mehr Kleidung produziert also: schnell, fast. Und die dann aber auch dadurch schneller aus der Mode ist, also ein Kaufrausch ein Kaufanreiz ja auch bei den Kleidungselementen Kundinnen und Kunden erzeugt werden soll, sich immer wieder was Neues zu kaufen. Mag für die Unternehmen ganz toll sein, aber warum ist das so ein Problem für die Wiederverwendung? Also wenn man sich mal so vielleicht auch Standorte, Altkleiderstandorte anschaut wo dann die ganzen Klamotten da in Säcken daneben liegen. Wie beeinflusst Fast Fashion die Sammlung? Fast Fashion ist meistens auch minderwertigere Sammlung Textilien oder minderwertige qualität haben dieser textilien und deswegen sind die auch schlechter recycelbar was jetzt zum nächsten problem führt wenn weniger verwendbar ist aber die mängel steigt dann ist das natürlich auch für die sammelnden einrichtungen nicht mehr lukrativ sie wollen das ja wollen ja eigentlich auch noch was mitmachen das führt ja gleich zum nächsten problem kannst du vielleicht mal erklären wie die awg mit den sammlungen zusammenhängt wir selbst Bieten ja Container auf unseren Höfen an.
Da arbeiten wir dann: ja mit Unternehmen zusammen, die dann dort Container aufstellen und wir stellen den Standort zur Verfügung. Und sonst im Landkreis gab es ja karitative und gewerbliche Sammler, richtig? Ja, grundsätzlich ist es so, dass der Landkreis oder der ÖHRE für die Privathaushalte zuständig ist. Also er muss alle Abfälle aus den Privathaushalten, wo denn auch die Altexigen zu zählen würden, sammeln und entsorgen. Es darf sonst auch keiner, aber eine Ausnahme ist in diesem Sinne, dass es gemeinnützige und gewerbliche Sammler gibt. Das ist eine Ausnahme von der Überlassungspflicht an den Oehre und die müssen dann die Sammlung und so weiter und alles anzeigen.
Und wenn das alles rechtmäßig ist, dann durften die auch sammeln und sammeln auch. Also das ist dann zulässig und dann hat der Landkreis für sich entschieden. Das System ist im Landkreis soweit und gut verbreitet und funktioniert schon seit Jahren. Die ganzen letzten Jahre immer auf die gemeinnützigen Sammler gesetzt und es hat auch immer funktioniert und: dann wollte man auch nicht als Öre selber anfangen zu sammeln und den gemeinnützigen Sammler halt die Altkleider wegnehmen. Es war bis dato auch immer ein hervorragendes Geschäft für die gemeinnützigen Sammler, die konnten da Gewinne mit erzielen und dann ihre gemeinnützige Tätigkeit unterstützen. Ja und in den letzten Jahren ist es so ein bisschen eingebrochen. Der erste Verwerter Hat Insolvenz angemeldet und es ist in Insolvenz gegangen und damit ist so ein bisschen die Krise auch ausgebrochen. Und ein Beispiel ist zum Beispiel das DAK. Die haben jetzt zum Anfang des Jahres die Sammlung im Landkreis eingestellt, weil die hatten halt diesen einen Verwerter und haben jetzt keinen neuen Verwerter und daher auch keine neuen Verträge mit einem Verwerter und deswegen dürften die nicht mehr sammeln. Das ist auch so eine Vorgabe. Man muss die ordnungsgemäße Verwertung nachweisen als Sammler und dem können die halt dann auch nicht mehr nachkommen. Durch die Krise gibt es kaum noch neue Verwerter, die neue Verträge abschließen und deswegen ist es so ein bisschen im Landkreis die gemeinnützige Sammlung eingebrochen.
Und dadurch sind halt Container, die noch: vorhanden sind, auch meistens oder viel überfüllt. Also das neue System muss sich so bisschen etablieren. Der Sammler der ins Event gegangen ist, da gibt es eine Auffangfirma aber die mussten erstmal das ganze Sammelsystem wieder neu auffangen Bauen und so weiter und deswegen, das dauert alles eine Zeit, so ich würde sagen, so langsam hat sich es wieder ein bisschen etabliert und es ist halt so, dass jetzt nach den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern geschrien wird, wenn das System nicht funktioniert. Genau, aber die kommen eigentlich den Verpflichtungen nach, also als ÖRE, als öffentlich-rechtliche Entsorgung. Man muss halt nur an seinen Einrichtungen erstmal eine Abgabemöglichkeit bieten, das machen wir mit den Wertstoffhöfen. Und für das andere sind dann die karitativen und gewerblichen Sammler zuständig.
Okay, dann letzte Frage noch. Jetzt haben wir viel über Altkleider gesprochen. Welche Qualität sie haben oder welche auch nicht und wie es entsorgt wird. Was wäre denn so dein Tipp, wie Privathaushalte konkret einfach verantwortungsvoller mit Altkleidern umgehen können? Als: erstes nachhaltig vielleicht einkaufen Auf Textilien setzen, die langlebig sind. Also nicht unbedingt fast Fashion und gute gebrauchte Kleidung vielleicht auch im Secondhand-Geschäft abgeben. Es gibt auch manchmal noch Altkleiderkaufhäuser oder soziale Kaufhäuser, die noch gerne gut getragene oder gut gebrauchte Alttextilien annehmen. Vielleicht darüber nachdenken, vielleicht nicht jedes Jahr eine neue Hose finden sie noch und nicht vielleicht immer der Mode mitgehen. Ja, da fällt mir tatsächlich, wo du das sagst mit der höheren Qualität der Kleidung so ein Werbespot ein, den ich bei YouTube gesehen habe. Ich sage jetzt nicht die Firma, teure Modemark oder teurer Ritt zumindest, aber die haben das auch ganz geschickt gemacht. Die werben dann auch damit, haben so eine Interviewszene nachgestellt und da hat er gesagt, ja, ich weiß, die Mode ist teurer, aber das ist mein Ausdruck vom nachhaltigen Kaufen weil die Sachen, die habe ich halt, die halten...
X Jahre. Und das ist auch das, was: ich persönlich von meiner Mutter auch immer beigebracht kriege Bei Kleidung ruhig einen Euro mehr und dafür hat man da aber auch was von. Und nicht, dass sie beim ersten Waschen dann schon wieder in alle Himmelsrichtungen sich verzieht oder sowas. Genau. Second-Hand-Läden hast du gesagt. Und was wir ja auch haben, wir haben ja noch als AWG den Verschenk und Tauschmarkt. Genau. Also eine Online-Börse sage ich mal, wo man denn auf Verschenk und Tauschbasis auch Sachen anbieten kann. Das müssen ja nicht immer nur Möbel sein, also vielleicht da auch mal drüber nachdenken oder im Bekanntenkreis nachfragen Bei Kinderklamotten ist das ja ganz beliebt, dass man das dann an die nächsten Kinder weitergibt oder so. Die wachsen da ja schnell raus. Ja, cool. Dann danke ich dir für den Rundumblick und wir hoffen, dass das allen jetzt was gebracht hat, die Situation ein bisschen besser zu verstehen. Und vielleicht hören wir uns dann ja nochmal zu einem anderen Thema. Du hast ja noch deutlich mehr Berührungspunkte zu den ganzen Sachen hier, die die AWG betreffen.
Ja, danke Dominik dass du mir das Wort gegönnt hast. Natürlich, Britta. Danke dir und bis zum nächsten Mal und an alle da draußen, schön sauber: bleiben.
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